Gasthaus Kreitmair
in Notzenhausen
Auf meiner Facebook-Seite „Heimat Holledau“ hatte ich Euch gefragt, welches Eure Lieblingswirtshäuser in der Holledau sind. Die Resonanz war überwältigend. Viele Gasthäuser wurden genannt , einige davon besonders häufig, auch das Gasthaus Kreitmair in Notzenhausen. Also machte ich mich erneut auf den Weg.
Von Mainburg kommend zweigen wir in Puttenhausen Richtung Notzenhausen ab. Idyllisch liegt das Gasthaus mitten im kleinen Ort. Gute Parkmöglichkeiten befinden sich direkt im Hof. Wir hatten reserviert. Schließlich wollten wir bei einem von Euch empfohlenen Wirtshaus am Sonntagmittag nicht vor ausgebuchten Tischen stehen.
Bei unserer Ankunft um 12 Uhr ist der kleine Biergarten bereits gut besucht.
Der Biergarten hat etwas, das man nicht künstlich herstellen kann: Gemütlichkeit. Kein inszeniertes „Biergarten-Flair“. Einfach ein richtig schöner, kleiner bayerischer Biergarten.
Große Sonnenschirme spenden Schatten, sodass man es hier sicherlich auch an heißen Sommertagen gut aushalten kann. Es herrscht dieses angenehme Kommen und Gehen, das zu einem Wirtshaus am Sonntagmittag einfach dazugehört.
Und unmittelbar hinter dem Hof wartet noch eine kleine Überraschung.
Dort steht die Dorfkirche von Notzenhausen, den Heiligen Philippus und Jakobus dem Jüngeren geweiht. Ein kleines Kirchlein, das wunderbar zum Ortsbild passt. Besonders fällt uns der mit Holzschindeln gedeckte Kirchturm auf. Ein Anblick, den man bei uns in der Holledau nicht gerade an jeder Ecke findet.
Natürlich hätten wir gerne hineingeschaut. Leider war die Kirche verschlossen.
Also zurück zum Wirtshaus.
Wir nehmen an unserem reservierten Tisch Platz. Auf den Tischen stehen frische Blumen. Ein junger Mann begrüßt uns ausgesprochen freundlich, bringt die Speisenkarte und nimmt unsere Getränkewünsche auf. Währenddessen füllt sich der Biergarten weiter. Und mittendrin sitzen wir. Nicht ganz zufällig. Wir sitzen wegen Eurer Empfehlung hier.
Die Auswahl auf der Speisenkarte ist überschaubar und genau das gefällt uns. Lieber weniger Gerichte und dafür alles frisch gekocht.
Je mehr wir über das Wirtshaus erfahren, desto besser passt dieser erste Eindruck. Gastronomie ist hier offenbar noch Familiensache: Alle helfen mit.
Auch bei den Zutaten bleibt die Familie ihrer bodenständigen Linie treu. Ein Großteil des frischen Gemüses und Obstes kommt von Biohöfen aus der Region, das Schweinefleisch, soweit möglich, von einem befreundeten Biobetrieb. Und selbst das Lammfleisch stammt von den eigenen Bio-Schafen, erzählt uns der Chef.
Alles wirkt sehr familiär, bodenständig und mit spürbarem Respekt vor dem, was am Ende auf dem Teller liegt.
Um uns herum fällt uns schnell ein Gericht besonders auf: Ein Rehragout. Es scheint an diesem Sonntag einige Liebhaber zu haben. Verständlich. Schließlich bekommt man ein gutes Rehragout nicht überall und schon gar nicht jeden Tag.
Mein Mann entscheidet sich für die „Italienischen Fleischpflanzerl“.
Italienische Fleischpflanzerl? Da werden wir natürlich neugierig und fragen nach. Die Erklärung ist ganz einfach: Die besondere Würzung macht hier den Unterschied. Ich bleibe dagegen ganz klassisch und bestelle den Kalbsrahmbraten mit Spätzle und Gemüse. Vorab haben wir noch Appetit auf einen Beilagensalat.
Frisch. Knackig. Ein richtig gutes Dressing. So einfach kann ein guter Anfang sein.
Die Chefin persönlich bringt unsere Hauptgerichte. Mein erster Gedanke beim Blick auf die Fleischpflanzerl meines Mannes: Wow. Die schauen wirklich verdammt gut aus.
Aber auch mein Kalbsrahmbraten sieht köstlich aus. Klassisch angerichtet. Ohne Schnörkel. Genau so kenne ich Kalbsrahmbraten aus meiner Kindheit. Dieser vertraute Geschmack. Eine gute Soße, zartes Fleisch, Spätzle dazu. So ein Gericht braucht eben keine Neuerfindung. Auch die italienischen Fleischpflanzerl haben mehr als bestanden. Der kurze Kommentar meines Mannes: „Ausgezeichnet.“
Während wir dort sitzen und unser Mittagessen genießen, merken wir wieder, dass ein gutes Wirtshaus nicht nur aus dem besteht, was auf dem Teller liegt. Es sind die Menschen drumherum. Eine Familie am Nachbartisch. Die Radfahrer unter dem Sonnenschirm. Die Stammgäste, die offensichtlich genau wissen, warum sie wiederkommen. Der freundliche Mitarbeiter und die zuvorkommenden Wirtsleute. Frische Blumen auf den Tischen. Ein kleiner Biergarten mitten im Dorf. Die Kirche gleich dahinter.
Das Gasthaus Kreitmaier in Notzenhausen war wieder eine Empfehlung von Euch, für die ich mich bedanken möchte.
Ein Wirtshaus bei uns daheim. In unserer Holledau. Und genau deshalb macht mir diese Serie so viel Freude. Aus einer einfachen Frage an Euch sind zahlreiche Ziele geworden. Viele Wirtshäuser, hinter denen Menschen, Geschichten, Wirtsfamilien, Stammgäste und noch jede Menge Gerichte stecken, über die ich hier noch schreiben möchte.
Und wir freuen uns schon auf das nächste Lieblingswirtshaus von Euch, in unserer Holledau. Welches der von Euch genannten Wirtshäuser als Nächstes drankommt? Das verrate ich noch nicht. Auf bald wieder!
Familie Kreitmair
Notzenhausen 2, 84104 Rudelzhausen
Gasthaus Tel: 08751/1020
Biohof, Erlebnisführung Tel: 08751/8189994
E-Mail Adresse: info@biohof-kreitmair.de
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