Kräuternudeln

Das, noch mit alter „Deutscher Schrift“ ,handschriftlich verfasste Rezept, habe ich in einem alten Kochbuch von 1888 gefunden.

Die Rezeptangaben in alten Kochbüchern sind immer kurz und knapp. Mengenangaben erhält man oft als „eischwer“ oder in „Tassen“. Ein Hinweis wie groß die Tassen sein sollen, findet sich nicht. Die Zubereitung selbst erklärt sich meist ich in 3-4 Sätzen.
Das Ausprobieren solcher Rezepturen bleibt deshalb für mich immer auch spannend. Ich weiß nie ob es gelingt. Es mussten damals wohl alle Hausfrauen erfahrene Köchinnen gewesen sein.

Die Kräuternudeln haben mich neugierig gemacht und das Ergebnis kann sich sehen und schmecken lassen.

Für den Nudelteig:
300 g Mehl, 4 kleine Eier, 1 EL Öl, eine gute Prise Salz

Füllung:
1/4 l Sauerrahm, drei handvoll, gehackte frische Kräuter (Auswahl nach Belieben) , Schnittlauch zum Bestreuen. Salz, Pfeffer, scharfes Paprikapulver

Beilage: 300 g Fenchel, 250 g durchwachsener Speck.
Dazu noch etwas Bratensauce , die ich immer auf Reserve im Gefrierfach habe.

Zubereitung:

  • Alle Zutaten für den Nudelteig zu einem festen Teig verkneten und zugedeckt für 2 Stunden ruhen lassen.
  • Für die Kräuterfüllung hole ich mir aus dem Garten jeweils eine große Portion
    Thymian, Zitronenthymian, Petersilie, Salbei, Oregano, etwas Rosmarin…..
  • Hier kann jeder nach Lust und Laune handeln, bzw. nehmen, was eben gerade zur Verfügung steht. Je vielfältiger, umso vielseitiger die Aromen.
  • Die Kräuter waschen, trocknen, zupfen bzw. klein schneiden.
  • Arbeitsfläche etwas mit Mehl bestauben, den Teig sehr dünn ausrollen.
    Mit dem Sauerrahm bestreichen und großzügig mit den frischen Kräutern bestreuen.
    Nur wenig Salzen, gut pfeffern, mit etwas scharfen Paprikapulver bestreuen.
  • Den Teig vorsichtig einrollen. Ich halbiere die Rolle noch einmal, drücke jeweils die Enden zu und gebe die gefüllten Nudeln für 20 Minuten in den Dampfgarer.
    Im Originalrezept wickelt man die Nudeln in Stoffservietten (wie bei Serviettenknödel) und lässt sie im siedendem Wasser 20 Minuten.
  • Speck und Fenchel würfeln. Den Speck in einer passenden Pfanne auslassen, Fenchelwürfel zugeben, leicht anbraten.
  • Schnittlauch grob schneiden. Sofern sie etwas blühenden Schnittlauch haben, eignen sich die Blüten wunderbar zum garnieren.
  • Die Nudeln aus dem Wasser oder Dampfgarer holen, etwas abkühlen lassen und in passende Portionen schneiden.
  • In eine großen Pfanne Butter geben und sie leicht braun werden lassen (Nussbutter). Die Kräuternudeln von zwei Seiten vorsichtig anbraten.
  • Die fertigen Kräuternudeln auf einem Teller anrichten, die Fenchel-Speckmischung und Bratensaft zugeben mit Schnittlauch bestreuen.

Wenn ich einen Schweinsbraten zubereite, achte ich immer darauf, daß ich deutlich mehr Sauce erhalte als nötig. Diese gebe ich in kleine Behälter oder auch in Eiswürfelbehälter ins Gefrierfach. Bei passenden Gerichten – wie hier bei den Kräuternudeln – hole ich mir dann eine Portion aus dem Fach. Das gibt nochmal einen zusätzlichen guten Geschmack.

Natürlich kann das Gericht auch rein vegetarisch zubereitet werden. Anstatt Speck vielleicht zusätzlich Karotten- oder Selleriewürfel und mit Olivenöl servieren.

Viel Freude beim Nachkochen!

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