Die Herstellung von Hefe aus 100 ml Weißbier, 1 EL Mehl u. 1TL Zucker, ist derzeit überall nachzulesen. Alles vermengen und über Nacht bei Zimmertemperatur stehen lassen.  Der Ansatz soll der Kraft eines normalen handelsüblichen Hefewürfels entsprechen.
Das hört sich gut an und wurde von mir ausprobiert. Das Ergebnis bei mir allerdings: Ein Reinfall. Lag es nur an mir oder am Rezept? Zeitgleich hat sich eine Freundin von mir ebenfalls an die Herstellung von Hefe nach diesem Rezept gemacht. Das Ergebnis bei Ihr: Ebenfalls ein Reinfall. Jetzt war der Ehrgeiz geweckt. Nach tagelangen Versuchen kam ich zu folgendem Rezept für mein

Hefeweißbier-Osterbrot:

Wer über einen Gärschrank verfügt ist zeitlich im Vorteil. Funktioniert allerdings auch ohne Gärschrank bei Zimmertemperatur. Allerdings verlängert sich der zeitliche Aufwand sehr. Grundvoraussetzung bei der Herstellung von Hefe: SEHR VIEL ZEIT UND GEDULD!

Zutaten für die Weißbierhefe Ein passendes , vorher ausgekochtes Glasgefäß, mit Verschluss (nicht luftdicht) verwenden. 
3 EL Mehl, 2 EL Zucker, 3 x 80 g Hefeweißbier (jeweils der untere Teil einer Weißbierflasche) Der Rest wird selbstverständlich genutzt und darf getrunken werden. Dazu finden sich doch immer Weißbier-Liebhaber.

Zubereitung der Hefe aus Weißbier: 

Von 3 Flaschen Hefeweißbier jeweils 400 ml aus der Flasche vorsichtig ausschenken.
Benötigt wird immer nur der untere Teil vom Weißbier, da sich hier die abgelagerte Hefe befindet. Diesen Teil in der Falsche gut schwenken, damit man wirklich auch die abgelagerte Hefe erhält und in das Glasgefäß mit Mehl und Zucker geben.

Das Glas verschließen und das Mehl, Zucker und Weißbier gut schütteln, damit sich alles auflöst. Das kann schon 2-3 Minuten dauern.
Dieses Glasgefäß jetzt 24 Stunden an einem warmen Ort bei 25-30 Grad stehen lassen. Achtung: Über 40 Grad werden die Hefezellen zerstört, und der Aufwand ist umsonst. 

 

 

Das Rezept für „mein“ Osterbrot:

Zutaten: 500 g Mehl, 70 g Zucker, 80 g Butter, gehackte Mandeln zum Bestreuen. Wer Rosinen liebt, kann jederzeit auch Rosinen in den Teig geben. Die normalerweise üblichen 250 ml Milch werden komplett durch 250 ml vom Weißbier-Hefeansatz ersetzt.

1. Schritt – Dampferl: Das Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde eindrücken. Den Hefeweißbieransatz im Glas noch einmal gut durchschütteln.
Ca. 100 ml davon in die Mehlmulde geben und mit etwas Mehl vermischen. Soll ein leicht zähflüssiger Teig entstehen. Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und für 3-5 Stunden im Gärschrank bei 30 Grad gehen lassen – sofern kein Gärschrank vorhanden, bei warmer Zimmertemperatur ca. 12 Stunden zugedeckt gehen lassen. 

2. SchrittAnschließend gebe ich alle weiteren Zutaten zum Teig: Zucker, Butter und bei Bedarf Rosinen. Die Hefeweißbiermischung wieder gut schütteln und weitere 150 ml davon zum Teig geben. Alles gut durchkneten, bis der Teig blasen wirft. Dann den Teig wieder zugedeckt im Gärschrank bei 30 Grad 3-6 Stunden gehen lassen. Bei Zimmertemperatur 12 Stunden! Auch hier gilt: Erst weiter verarbeiten, wenn das Aufgehen des Teiges deutlich erkennbar ist. Die schwankende Gärzeit ist auch abhängig davon, wieviele Hefezellen ich letztendlich aus der Weißbierflasche erhalten habe. 

3. Schritt: Etwas Mehl auf die Arbeitsfläche geben und den Teig von Hand nochmal kneten, formen und auf ein Backblech mit Backpapier geben. Zugedeckt weitere 3 Stunden im Gärschrank bei 30 Grad gehen lassen oder 6 Stunden bei Zimmertemperatur.

4. Schritt: 1 Ei und 2 EL Milch verrühren.
Den Backofen auf 180 Grad (Ober und Unterhitze) vorheizen.

Den geformten Teig mit der Ei-Milch-Mischung einpinseln, mit einem Messer mehrmals einritzen und sofern man mag, mit Mandelsplitter bestreuen. 30 Minuten backen. Fertig!

Wozu Hefeweißbier in der Lage ist

Fazit:  Sofern man keine Hefe im Handel erhält, ist die eigene Herstellung aus Hefeweißbier möglich.

Allerdings braucht es dazu sehr viel Zeit und Geduld.

April 2020

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